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Telemedizin im Pflegealltag: Projekt aus dem Landkreis Traunstein im Finale des Telemedizinpreis 2026

Telemedizin im Pflegealltag: Projekt aus dem Landkreis Traunstein im Finale des Telemedizinpreis 2026

Im Landkreis Traunstein wird im Rahmen des Projektes „Telemedizinische Versorgung für Alten- und Pflegeheime im Landkreis Traunstein" erprobt, wie sich telemedizinische Anwendungen konkret in die Versorgung von Bewohnern in Pflegeeinrichtungen integrieren lassen.

Als Technikpartner begleiten wir die Umsetzung nun schon seit einiger Zeit und haben zu Jahresbeginn erste Einblicke geteilt. Inzwischen hat sich einiges getan: Das Projekt wird bis Ende 2026 verlängert und entwickelt sich gleichzeitig in mehreren Bereichen spürbar weiter.

Steigende Einschlusszahlen in den Pflegeeinrichtungen

Während die Einschlusszahlen zu Beginn des Projektes bei unter 10 Fällen lagen, konnten diese innerhalb der 1-Jahres-Marke auf über 50 Fälle gesteigert werden. Dies deutet darauf hin, dass das System akzeptiert und folglich genutzt wird. Die Pflegeeinrichtungen berichten regelmäßig, dass sie mit der telemedizinischen Technik in Form unseres MIA-Systems sehr zufrieden sind.

Häufige Anwendungsfälle in der Praxis umfassen die Abklärung von Wunden oder die Abstimmung von Medikationsänderungen aufgrund einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes von Bewohnern. In diesen Situationen werden beispielsweise Fotos von der Wunde telemedizinisch an die Hausarztpraxis zu übertragen, um eine entsprechende ärztliche Einschätzung einzuholen.

Auch der Allgemeinzustand kann über Vitalparameter wie Blutdruck, Sauerstoffsättigung oder Herzfrequenz erfasst und telemedizinisch übermittelt werden. Weitere Abstimmungen, etwa zu möglichen Medikationsanpassungen, erfolgen anschließend per Video oder Telefon. Die zeitnahen und fundierten medizinischen Entscheidungen sorgen für spürbare Entlastungen im Pflegealltag und ermöglichen schnelle Entscheidungswege ohne große Mehraufwände für alle Beteiligten.

Die Verlängerung der Projektlaufzeit um weitere acht Monate schafft die Möglichkeit, zusätzliche Fälle einzubeziehen, Erfahrungen zu vertiefen und Prozesse weiter zu schärfen. Ziel ist es, die gewonnenen Erkenntnisse in die langfristige Versorgungspraxis der Pflegeeinrichtungen zu überführen.

Finalteilnahme beim Telemedizinpreis 2026

Eine weitere positive Neuigkeit ist die Finalteilnahme des Projekts beim Telemedizinpreis 2026. Bereits seit 2007 wird dieser von der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin (DG Telemed) vergeben und würdigt innovative Lösungen, die mithilfe digitaler Technologien die medizinische Versorgung nachhaltig verbessern. Eine Fachjury wählte im Vorfeld die überzeugendsten Ansätze aus, ehe diese auf dem Nationalen Fachkongress Telemedizin in Berlin Anfang Mai präsentiert wurden. Dort erfolgte die finale Abstimmung über den Preisträger durch die Teilnehmenden. Die Finalteilnahme stellt eine große Anerkennung für unseren innovativen Ansatz dar und unterstreicht die Relevanz telemedizinischer Anwendungen, insbesondere im ländlichen Raum. 

Auch die Süddeutsche Zeitung berichtete in diesem Zusammenhang über das Projekt und gibt Einblicke in den Versorgungsalltag mit Telemedizin vor Ort in Traunstein. 

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Telemedizin in Traunstein: So vermeiden Pflegeheime Krankenhausfahrten - Bayern - SZ.de

Wem der Telemedizin-Koffer nutzt, der seit vergangenem Sommer bei ihnen im Pflegeheim steht? Katharina Strobl muss da nicht lange nachdenken. „Wir hatten schon zwei, drei Bewohner mit Fieber oder Bluthochdruck, denen wir direkt helfen konnten", erzählt die Pflegedienstleiterin des Kreisaltenheims Palling im Landkreis Traunstein...


Austausch zum Projekt auf dem Fachtag „Mensch. Technik. Miteinander" in München

Auch der Wissenstransfer und die öffentliche Kommunikation spielen eine zentrale Rolle, um erfolgreiche Ansätze in die Fläche zu bringen. Im Rahmen des Fachtags „Mensch. Technik. Miteinander" in München gab Frau Dr. med. Franziska Hahn vom TUM – Universitätsklinikum Rechts der Isar einen Einblick in das 1-Jahres-Ergebnis des Projektes. Der Vortrag bot die Gelegenheit, unsere Erfahrungen, Herausforderungen und Erkenntnisse mit einem Fachpublikum zu teilen und wichtige Impulse für die Weiterentwicklung telemedizinischer Lösungen zu setzen.

Die bisherigen Entwicklungen zeigen eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Projekts. Grundlage dafür ist die enge Zusammenarbeit der beteiligten Partner. Die Technische Universität München (TUM) übernimmt die wissenschaftliche Begleitung in Kooperation mit regionalen Ärzten, Pflegeeinrichtungen und dem Telemedizinzentrum. Wir stellen als Technikpartner die telemedizinische Ausstattung in Form des MIA-Systems bereit und verantworten Support sowie Wartung. Wir freuen uns, das Projekt begleiten zu dürfen und damit einen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung von Pflegeheimbewohnern zu leisten.

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