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Passende Antworten rund um rheumatische Erkrankungen

Passende Antworten rund um rheumatische Erkrankungen

Gicht, Osteoporose, Lupus, Arthrose, Fibromyalgie – diese Erkrankungen haben eines gemeinsam: Sie fallen unter den Sammelbegriff „Rheuma". Dieser umfasst teils sehr unterschiedliche Erkrankungen des Bewegungsapparates, die Muskeln, Gelenke, Knochen, Sehnen und Bindegewebe betreffen.

Es gibt über 200 verschiedene rheumatische Erkrankungen. Entsprechend groß ist der Informationsbedarf der Betroffenen. Verlässliche Antworten sind dabei besonders, denn die Gesundheitskompetenz der Patienten ist ein entscheidender Faktor für den Behandlungserfolg. Deshalb haben wir gemeinsam mit dem Institut für digitale Medizin der Uni Marburg getestet, inwiefern KI-Chatbots Menschen mit rheumatologischen Erkrankungen unterstützen können.

Die Chatbots wurden für verschiedene Arten von Rheuma erstellt. In diesem Fall erfolgte die Spezialisierung auf rheumatoide Arthritis. Alle Antworten können über einen Daumen nach oben oder nach unten (siehe rechts) bewertet werden.

Zehn krankheitsspezifische Chatbots für passgenaue Antworten

Um der Vielfalt rheumatologischer Erkrankungen gerecht zu werden, wurden zehn verschiedene KI-Agenten erstellt, die jeweils auf eine Rheuma-Art spezialisiert sind. Dazu gehören unter anderem:

  • Gicht
  • Großgefäßvaskulitis
  • Polymyalgia rheumatica (PMR)
  • Osteoporose
  • Fibromyalgie
  • Arthrose
  • Lupus
  • Vaskulitis

Alle Chatbots basieren auf den jeweiligen deutschen klinischen Leitlinien. Die redaktionelle Verantwortlichkeit für die Inhalte lag beim Institut für digitale Medizin der Uni Marburg. Die Chatbots wurden über Patientenorganisationen und Rheumatologen bekannt gemacht. Testnutzer konnten den einzelnen Gesprächspartnern ihre Fragen stellen und die Antworten der KI direkt bewerten.

Die technische Umsetzung erfolgte über das „Buddy Managementsystem". Dort erhält jeder KI-Agent eine eigene Wissensbasis, eine individuelle Persönlichkeit und bei Bedarf ein eigenes Design.

Ein Einblick in das Managementsystem zeigt die 10 unterschiedlichen Agenten mit ihrer Wissensbasis.

Über 40% nutzen bereits KI-basierte Tools für gesundheitsbezogene Fragen

Über einen Zeitraum von vier Monaten untersuchte und evaluierte das Institut für digitale Medizin der Uni Marburg die Nutzung der Chatbots. Insgesamt wurden 5.131 Interaktionen mit dem Chatbot erfasst. Eine Interaktion umfasst jeweils eine Frage eines Nutzers sowie die dazugehörige Antwort des Chatbots. Jede Antwort konnte mit einem Daumen nach oben („Gefällt mir") oder einem Daumen nach unten („Gefällt mir nicht") bewertet werden. Von den über 2.000 Rückmeldungen entfielen knapp 93 % auf positive Bewertungen, während lediglich 7 % der Antworten als negativ empfunden wurden. Auch hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit und Verständnis erzielten die Chatbots gute Ergebnisse: 86 % der Nutzenden stimmten voll und ganz zu, dass die Chatbots einfach zu bedienen sind und die Antworten leicht verständlich formuliert waren.

Zusätzlich füllten 520 Personen einen Bewertungsfragebogen aus. Davon gaben 94 % an, an einer diagnostizierten rheumatischen Erkrankung zu leiden – am häufigsten an rheumatoider Arthritis, axialer Spondyloarthritis oder systemischem Lupus erythematodes. Die Ergebnisse zeigten außerdem, dass bereits mehr als 40 % der Patienten KI-basierte Tools nutzen, um Antworten auf gesundheitsbezogene Fragen zu erhalten. Zudem bevorzugten 58 % der Teilnehmenden den Chatbot gegenüber einer allgemeinen Internetsuche.

Vorstellung auf dem EULAR-Kongress in London

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz und digitalen Plattformen zur Unterstützung von Menschen mit rheumatischen Erkrankungen spielte auch auf dem EULAR (European Alliance of Associations for Rheumatology) Kongress, der Anfang Juni in London stattfand, eine wichtige Rolle. Unser Projektpartner stellte dort die Ergebnisse der Evaluation vor.

Eine weitere auf dem Kongress präsentierte Studie untersuchte, inwiefern Large Language Models (LLM) echte Patientenfragen beantworten können. Auch hier fielen die Ergebnisse positiv aus, sowohl hinsichtlich der medizinischen Korrektheit als auch in Bezug auf Empathie, Vertrauenswürdigkeit und Verständlichkeit.

Basierend auf diesen Erkenntnissen entwickeln wir den Chatbot-Ansatz derzeit gemeinsam mit der Uni Marburg und der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e.V. (DGRh) weiter. Neben Chatbots für Multiple Sklerose, Schlaganfall und Migräne möchten wir im Rahmen dieser Partnerschaft einen weitere evidenzbasierte digitale Begleiter entwickeln, die in einem ersten Schritt Rheumatologen unterstützen sollen. 

Auch die Umsetzung weiterer Chatbots ist bereits geplant. Unser Buddy Managementsystem ist dabei für viele Anwendungsfelder und Zielgruppen nutzbar. Gerne finden wir auch für Ihre Einrichtung, Patientenorganisation oder Ihr Forschungsprojekt einen passenden KI-Chatbot. Auf unserer Webseite finden Sie weitere Informationen und die Möglichkeit einen Demotermin zu vereinbaren. 

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