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KI-Chatbots im therapeutischen Bereich - Wie gut können sie Fachkräfte entlasten?

KI-Chatbots im therapeutischen Bereich - Wie gut können sie Fachkräfte entlasten?

Künstliche Intelligenz und KI-Chatbots halten zunehmend Einzug in den Gesundheitsbereich – doch wie konkret können sie therapeutische Fachkräfte im Alltag entlasten? Unsere aktuelle Studie im Rahmen des Forschungsprojekts „Theraveko" hat dies untersucht und geht der Frage nach, inwiefern KI-Chatbots Fragen in der Bewegungstherapie von Patienten mit Multipler Sklerose sinnvoll unterstützen können.

42 reale Nutzeranfragen im Test

In therapeutischen und betreuenden Kontexten erhalten Fachkräfte eine Menge an Fragen von ihren Patienten –zu medizinischen Themen, zu Abläufen oder zum durchzuführenden Therapieprogramm. Nicht immer ist sofort jemand verfügbar, der antworten kann. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Antworten fachlich korrekt, verständlich und zeitnah erfolgen.

An diesem Punkt setzt die „Theraveko-Studie" mit einem KI-Chatbot an: Er soll Nutzer rund um die Uhr bei ihren Fragen unterstützen, ohne dass Therapeuten oder Betreuer eingreifen müssen. Um dies zu untersuchen, stellten wir dem Chatbot 42 anonymisierte Fragen, die echte Patienten an ihre Therapeuten und Betreuer gestellt hatten.

Die Wissensbasis des Chatbots wurde dafür gezielt aufgebaut:

  • Medizinisches Fachwissen zur Multiplen Sklerose (MS) auf Basis von Leitlinien und Expertenliteratur
  • Technische Informationen zur Theraveko-Plattform, welche die Nutzer im Rahmen des Projekts zur Begleitung ihrer Bewegungstherapie nutzen

Evaluation anhand von Metriken wie Sprache, Satzlänge und Stilformen

Mithilfe einer eigens entwickelten Evaluationsplattform bewerteten wir jede Chatbot-Antwort anhand von sieben Metriken, die sich in früheren Projekten als besonders relevant erwiesen haben:

  1. Alltagssprache – Ist die Antwort verständlich formuliert?
  2. Vermeidung von Fachbegriffen – Werden unnötige Fachausdrücke vermieden?
  3. Aktive Sprache – Wird aktiv statt passiv formuliert?
  4. Verbalstil – Werden Verben statt Substantivierungen genutzt?
  5. Satzlänge – Sind die Sätze kurz und prägnant?
  6. Korrektes Gendern – Wird geschlechtergerecht formuliert?
  7. Neutrale Sprache – Bleibt die Antwort sachlich und angemessen?
In der Auswertung zeigt sich, dass der Chatbot in den meisten Fällen fünf der sieben definierten Metriken erfüllt. Lediglich bei der aktiven Formulierung der Antworten und der Vermeidung von Fachbegriffen zeigen sich kleine Schwächen. Das Antwortverhalten des Chatbots kommt damit dem eines Therapeuten nahe. Gekoppelt mit der inhaltlich ausgewählten und qualitativ geprüften Wissensbasis beantwortet der Chatbot Fragen verlässlich und sorgt somit für eine Entlastung der Therapeuten.
Einblick in die Auswertung der Metriken für eine Beispielfrage eines Patienten

Transparente Interaktionen mit jederzeitiger Eingriffsmöglichkeit durch Therapeuten 

Für eine hohe Transparenz und Kontrollmöglichkeiten erhalten Therapeuten und Betreuer jederzeit Einsicht in die Chatverläufe zwischen Chatbot und Nutzern. Durch ein Bewertungsschema (Daumen hoch/Daumen runter) können die Nutzer die Antworten des KI-Chatbots direkt bewerten. Zusätzlich können die Nutzer angeben, warum die Antwort nicht ihren Vorstellungen entspricht (z.B. Unklar, unzureichend, anstößig, etc.) Diese Rückmeldungen sehen die Therapeuten sofort und können entsprechend eingreifen oder ihre Interventionen anpassen.

So entsteht eine intelligente Arbeitsteilung: Der Chatbot übernimmt Standardanfragen und gibt schnelle, fachlich fundierte Antworten. Bei komplexen Fällen oder unzureichenden Antworten übernehmen die Fachkräfte und bringen ihre Expertise ein.

Offen für neue Anwendungsfelder

Das Konzept des Theraveko-Projektes mit seinen positiven Ergebnissen kann auf weitere neue Anwendungsfelder übertragen werden. In der Betreuung von Patienten mit chronischen Erkrankungen ergeben sich über die jahrelange Begleitung der Patienten hinweg viele Standardfragen, deren Beantwortung durch KI-Chatbots unterstützt werden kann. Damit können sich Therapeuten stärker auf die individuelle Betreuung der Patienten fokussieren. Ähnliche Erfahrungen haben wir mit unseren Partnern im Bereich der Physiotherapie, der Migräne-Therapie und der Pflege gemacht.

Gerne unterstützen wir auch Sie bei der Patientenbetreuung. Mit unserer KI-Plattform Buddy bieten wir Ihnen die Möglichkeit, KI-gestützte Assistenten für Ihren spezifischen Anwendungsfall zu entwickeln. Ob im Gesundheitswesen, in der Bildung oder in anderen Bereichen – wir zeigen Ihnen, wie KI Ihre Arbeit unterstützen kann.

Informieren Sie sich auf unserer Webseite und vereinbaren Sie eine unverbindliche Demo für Ihren Anwendungsfall.

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