Szenario: Pandemie



Die Telemedizin bietet Lösungsansätze mit nachweisbarer Wirkung an.
Eine Auswahl an Erfahrungsberichten.

Die Gesundheitsversorgung sieht sich im Dasein einer Pandemie veränderten Anforderungen ausgesetzt. Die Telemedizin kann hier Lösungen anbieten und die Patientenversorgung mit digitalen Gesundheitsdienstleistungen aufrechthalten. Diese sind dabei nicht nur unabdingliche Werkzeuge, um die Kontinuität und Kommunikation zwischen den Gesundheitsakteuren und Patienten zu erhalten, sondern dienen vor allem der Kontaktvermeidung, sowie der Nachverfolgung des Infektionsgeschehens.
Die Verbreitung eines Virus kann dadurch aktiv verlangsamt und Patienten sowie das medizinische Personal vor einem unnötigen Infektionsrisiko geschützt werden. Dabei können unterschiedliche Szenarien abgebildet werden. Videosprechstunden, Telemonitoring von Quarantänepatienten oder Assistenzsysteme in der Pflege sind nur eine Auswahl möglicher Anwendungen, die sich im Zuge einer Pandemie bewährt haben. Auf diesen Seiten geben wir Ihnen einen Einblick in diese Lösungen.

Motivation



Telemedizinische Lösungen erhalten den persönlichen Kontakt trotz Einschränkungen.

Das stetige Ziel während einer Pandemie besteht darin, Infektionsraten und schlimmstenfalls Todesfälle so gering wie möglich zu halten. Den Schlüssel, um einen exponentiellen Anstieg der Infektionsraten zu vermeiden bilden Kontaktbeschränkungen. Diese spiegeln sich in unserem Alltag und sozialen Miteinander in Abstandsregeln und Hygienekonzepten wieder. Hierzu gehört auch die Erfassung von Kontaktdaten, um Infektionsketten nachzuverfolgen. Ziel allen Handelns ist es, die Infektionsdynamik unter Kontrolle zu haben und gezielt dort zu reduzieren, wo besondere Ansteckungsgefahren bestehen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Risikopatienten und älteren Personengruppen. Auch das Gesundheitssystem wird durch Kontaktbeschränkungen entlastet, indem große Patientenanstürme gar nicht erst entstehen.

Problembeschreibung



Veränderte Arbeitsbedingungen und neue Prozesse erfolgreich in den Alltag integrieren

Die Kontaktvermeidung ist im Gesundheitsbereich oftmals nur schwierig möglich. Dennoch gilt es den während einer Pandemie oftmals erhöhten Betreuungsbedarf der Patienten zu decken. Darüber hinaus bringen Maßnahmen zum Infektionsschutz und Hygienekonzepte neue Prozesse und zusätzliche Aufwände mit sich, die es zu beachten gibt. Für viele Gesundheitseinrichtungen erhöht sich dadurch der Dokumentationsaufwand. Diese Prozesse gilt es bestmöglich in den Praxis- oder Klinikalltag einzugliedern.

Lösungsansätze



Die Telemedizin bietet vielfältige Lösungsansätze, die sich inviduell einsetzen lassen.
Sie können mehr zu den einzelnen Themen erfahren, indem Sie diese anklicken.

  • Die Videosprechstunde bietet Gesundheitseinrichtungen und Patienten die Möglichkeit sich über eine Entfernung hinweg synchron auszutauschen.

    Die Videosprechstunde ist im Grunde nichts anderes als ein persönlicher Termin beim Arzt und kann somit im Rahmen einer Pandemie für das Arzt-Patienten-Gespräch genutzt werden.

    Unnötige Kontakte, die in der Gesundheitseinrichtung z.B. in Wartezimmmern enstehen würden, können durch das virtuelle Gespräch vermieden werden.

  • Patienten in Quarantäne können digital per App oder Fragebogen nach ihrem Gesundheitszustand und ihren aktuellen Symptomen befragt werden.

    Die eingebenen Daten können digital übermittelt und in der jeweiligen Einrichtung (Praxis, Gesundheitsamt, Krankenhaus) eingesehen werden.

    Anrufe, welche die Gesundheitseinrichtungen zur Abfrage des aktuellen Gesundheitszustandes tätigen, können durch dieses Vorgehen eingespart werden.

  • Telemonitoring umfasst im Allgemeinen die Fernuntersuchung, -diagnose und -überwachung eines Patienten durch seinen Arzt.

    Die Gesundheitsdaten des Patienten werden somit ohne einen Arztbesuch auf Distanz erfasst, versendet und ausgwertet. Dieser Ansatz ist vor allem für chronisch kranke Patienten interessant, die insbesondere während einer Pandemie zur Gruppe der Risikopatienten gehören. Durch die Fernüberwachung per Telemonitoring können diese Patienten den für sie gefährlichen Gang in die Praxis vermeiden.

  • Im Rahmen einer digitalen Therapie führen Patienten ein Therapieprogramm online durch.

    Sie können Übungen per Video erhalten oder führen diese selbstständig per Smartphone, Tablet oder PC zu Hause durch. Auch das Gespräch zwischen Therapeut und Patient kann digital, per Video stattfinden. Dabei können verschieden Therapieformen bedient werden, wie beispielsweise Sprachtherapien, Physiotherapien aber auch psychologische Therapien.

    Die Digitale Therapie ist für alle Patienten und Therapeuten interessant, deren persönlicher Austausch vor Ort durch eine Pandemie beeinflusst wird. Durch die Digitale Therapie kann man dem Betreuungsbedarf der Patienten weiterhin nachgehen und somit wichtige Fortschritte bewahren oder Patienten in schwierigen Lebensphasen weiterhin unterstützen.

  • Die Televisite ist sozusagen die digitale Form des Hausbesuchs.

    Eine speziell geschulte telemedizinischen Assistenz übernimmt dabei vor Ort beim Patienten delegationsfähige Tätigkeiten des Arztes. Das können Messungen der Vitaldaten, Wunddokumentationen oder die allgemeine Erfassung des Gesundheitszustandes sein. Diese Daten übermittelt sie digital in die Gesundheitseinrichtung (z.B. Arztpraxis). Bei Fragen kann die telemedizinische Assistenz den Arzt per Video hinzuschalten.

    Das Modell der Televisite ist besonders für Risikopatienten und ältere Personengruppen interessant, da sie so den Gang in die Praxis vermeiden können und trotzdem betreut werden. Unnötige Kontakte, die in der Praxis oder in Wartezimmern auftreten, können durch die Televisite verhindert werden.

  • Pflege-Assistenzsysteme unterstützen Hilfe- und Pflegebedürftige Menschen im Alltag in den Bereichen Sicherheit, Komfort und Soziale Teilhabe.

    Sie ermöglichen einen möglichst langen Verbleib in den eigenen vier Wänden und bilden gemeinsam mit Pflegefachkräften und Angehörigen eine umfassende Betreuungseinheit.

    In Zeiten einer Pandemie sind sie ein dienliches Werkzeug, um die Soziale Teilhabe trotz Kontaktbeschränkungen aufrechtzuhalten, zum Beispiel per Videotelefonie.

  • Der Telenotarzt ist ein ausgebildeter Notarzt, der sich von einem Arbeitsplatz per Video und Audio zu einem Einsatzort zuschalten kann.

    Er kann somit Aufgaben an das Rettungsteam delegieren, Anweisungen geben und bei der Diagnose unterstützen. Zusätzlich bekommt er die Patientendaten digital in Echtzeit übermittelt.

    Im Rahmen einer Pandemie kann der Telenotarzt aus der Ferne helfen und bei Notfällen somit zusätzliche Kontakte vermeiden. Darüber hinaus kann er z.B. bei Ausfällen aufgrund von Infektionen zusätzlich unterstützen.

  • Die Videoüberwachung ist ein Teil von Pflege-Assistenzsysteme und kann zum Einsatz kommen, um sturzgefährdete Bewohner im Blick zu behalten.

    Dabei ist, im Einverständnis mit dem Bewohner, ein Kamerasystem in der Wohneinheit installiert, dass im Falle einer Notfallsituation einen direkten Überblick über die Lage gibt. Die Situation kann von der Leitstelle aus überwacht und einzelne Maßnahmen ergriffen werden.

    Über das Kamerasystem kann die Person und deren Situation (z.B. Sturz und Person liegt auf dem Boden) im Notfall eingesehen werden. Die benötigten Hilfskräfte wie Nachbarn, Angehörige oder auch Rettungsdienst können je nach Schweregrad benachrichtigt werden und unnötige Expositionen (z.B. sehr viele Helfer bei einem kleinen Sturz) somit entsprechend vermieden werden.

  • Das Digitale Aufnahmemanagement umfasst verschiedene Möglichkeiten für Gesundheitseinrichtungen, um Prozesse rund um die Patientenaufnahme zu digitalisieren.

    Patienten können dadurch beispielsweise online Arzttermine vereinbaren oder Fragebögen digital ausfüllen. Die Daten können direkt in das jeweilige System der Gesundheitseinrichtung integriert werden.

    Dieses Vorgehen entlastet die Wartezimmer und Aufnahmen der Gesundheitseinrichtungen, und vermeidet somit unnötige Kontakte. Auch das ohnehin hohe Telefonaufkommen während einer Pandemie wird reduziert, indem alle Informationen online abrufbar sind.

  • SORMAS (Surveillance Outbreak Response Management and Analysis System) ist ein digitales Managementsystem für Maßnahmen zur Epidemiebekämpfung.

    Darunter fällt das Kontaktpersonenanagement, das Ämter und Behörden bei der Identifizierung von Kontaktpersonen rund um einen infizierten Patienten unterstützt. Infektionsketten können somit ermittelt und digital festgehalten werden.

    Darüber hinaus verfügt SORMAS über ein intergriertes Symptomtagebuch und eine integrierte Befundmitteilung (z.B. für Labortestergebnisse)

Fallbeispiele



Gemeinsam mit unseren Partnern konnten wir einige Lösungsansätze bereits in die Praxis umsetzen.
Wir stellen Ihnen eine Auswahl an Fallbeispielen vor.

myMedax-Quarantäne

Landkreis Bad Kissingen
Wie funktioniert es?
Das Quarantänemanagement im Landkreis Bad Kissingen konnte durch den Einsatz eines digitalen Quarantänetagebuchs digitalisiert werden. Patienten, die sich in Quarantäne befinden, können mithilfe eines digitalen Fragebogens ihren aktuellen Gesundheitszustand erfassen. Das Ergebnis übermitteln sie per App an das Gesundheitsamt. Eine Markierung symbolisiert dem Gesundheitsamt, dass Auffälligkeiten vorliegen.

Was ist das Ergebnis?
Dieses Vorgehen erspart dem Gesundheitsamt zahlreiche Telefonate und somit viel Zeit und Personaleinsatz. Der Service wurde von allen Altersgruppen akzeptiert und von rund 60% der Patienten in Quarantäne genutzt. Alle Daten konnten somit elektronisch verwaltet und abgerufen werden.

Videosprechstunde

Krankenhaus Schloss Werneck
Wie funktioniert es?
Ein Beispiel aus der Praxis ist der Einsatz der Videosprechstunde am Orthopädischen Krankenhaus Schloss Werneck. Die Patienten müssen somit keine Vor-Ort-Termine wahrnehmen, sondern können per Videogespräch über ihre bevorstehende Operation aufgeklärt werden. Der Patient benötigt lediglich ein entsprechendes Endgerät (Tablet, Smartphone, PC) mit dem er sich von zu Hause oder unterwegs hinzuschalten kann.

Was ist das Ergebnis?
Durch dieses Vorgehen können die Wartezimmer im Orthopädischen Krankenhaus entlastet und Kontakte vor Ort vermieden werden. Aufgrund der großen Akzeptanz auf Patienten- und Krankenhausseite werden die Aufklärungsgespräch nun auch regulär über das System stattfinden.

ALADIEN

Evangelische Heimstiftung
Wie funktioniert es?
In Zeiten von Kontaktverboten und eingeschränkten Besuchsrechten in Pflegeeinrichtungen setzt die Evangelische Heimstiftung auf ALADIEN. Das benutzerfreundliche ALADIEN-Tablet verfügt über verschiedene Apps, welche die Soziale Teilhabe in Zeiten einer Pandemie aufrecht halten. Die Bewohner können mit ihren Familien und Angehörigen z.B. per Video in Kontakt bleiben oder Dienstleistungen buchen.


Was ist das Ergebnis?
Die Bewohner können trotz sozialer Distanz mit ihren Familien und Angehörigen z.B. per Video in Kontakt bleiben oder Dienstleistungen buchen. Die dienende Technik hinter ALADIEN (z.B. Alarmierung in Notfallsituationen) verhindert somit auch unnötige Expositionen.

Online Stottertherapie

Kasseler Stottertherapie
Wie funktioniert es?
Die Online-Therapieplattform FREACH hat sich während einer Pandemie als wertvolles Tool für Stotterpatienten und deren Therapeuten erwiesen. Trotz Kontaktbeschränkungen konnten die Kurse der Kasseler Stottertherapie stattfinden, und zwar komplett online. Mit der Plattform können Therapeuten Kurse für ihre Patienten erstellen und zielgruppenspezifisch anlegen. Die Übungen können von den Stotterpatienten eigenständig zuhause absolviert werden. Auch Gruppen- und Einzelsitzungen können per Video in einem virtuellen Klassenzimmer stattfinden.

Was ist das Ergebnis?
Neben den Diagnosegesprächen findet nun auch die komplette Therapie digital statt. Trotz Kontaktbeschränkungen konnten die Therapien fortgeführt werden und der Fortschritt somit erhalten bleiben. Während die Versorgung für viele Patienten während einer Pandemie weitgehend zusammenbricht konnte die Kasseler Stottertherapie ihren Betrieb "normal" fortführen und soziale Distanzen trotzdem einhalten.

Logbuch



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