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Spannende Paneldiskussion zur Notfallversorgung - ZTM bringt Perspektiven ein

Copyright: Gesundheitsplattform Rhein-Neckar e.V.

Die Notfallversorgung ist aus Patientensicht ein komplexes System verschiedener Leistungserbringer, in dem unklar ist, wer der richtige Ansprechpartner ist. So lautet das Fazit der Veranstaltung „Gesundheitsplattform Rhein-Neckar – Notfallreform“. Wir waren gemeinsam mit über 80 Teilnehmenden Teil der Veranstaltung und durften unsere Expertise und Erfahrungen aus dem Bereich des digitalen Notfallmanagements in einer Paneldiskussion einbringen. Wir fassen Ihnen zusammen, wie Politik und Krankenkassen über die Notfallreform denken und erläutern Ihnen, warum diese Digitalisierung und die Zusammenarbeit aller Gesundheitsakteure benötigt.

Warum ist eine Notfallreform überhaupt nötig?

Der Austausch im Rahmen des Fachtags verdeutlichte: Die Notfallversorgung ist durch organisatorische und rechtliche Fragmentierung geprägt. Verschiedene Sozialgesetzbücher (SGB V, SGB XI) sowie Zuständigkeiten von Ländern und Kommunen, mit unterschiedlichen Regelungen je Bundesland, führen dazu, dass Patienten oft nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen. Von der 112 und der 116117 über den Rettungsdienst und Notaufnahmen bis hin zur ambulanten Pflege existieren aus Patientensicht verschiedene Anlaufstellen im Bereich der Notfallversorgung. Die Organisation und Planung hinter diesen Strukturen ist komplex, wie ein Beispiel verdeutlicht: 232 Integrierte Leitstellen (ILS) in Deutschland werden in 13 unterschiedlichen Organisationsformen auf Länderebene verwaltet.

Entsprechende Reformbestrebungen sollen daher ein klares Ziel verfolgen, das auch Prof. Dr. Andreas Pitz, Geschäftsführer der ILS Mannheim, als Panelist hervorhebt: Mehr Einheitlichkeit und zentrale Anlaufstellen zur Ersteinschätzung im Notfall – und das im Einklang mit Ländern und Kommunen.

Copyright: Gesundheitsplattform Rhein-Neckar e.V.

Digitalisierung und Zusammenarbeit als Schlüssel der Notfallreform

Prof. Dr. Hager, Professor für Healthcare Management an der SRH-Fernhochschule und stellvertretender Vorsitzender der Gesundheitsplattform Rhein-Neckar, brachte es auf den Punkt: „Zukunftsfähige Notfallversorgung erfordert eine sektoren- und bundeslandübergreifende Zusammenarbeit." Ein Statement, dem sich auch unser Innovationsmanagement in Person von Patrick Eder anschloss „Wir stehen an einem Punkt, an dem Technik nicht mehr das Problem ist – sondern die fehlende Verbindung zwischen den Beteiligten". Konkret stellten wir hierzu verschiedene Wege vor, wie bereits jetzt mithilfe der Digitalisierung und passenden Technik eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Sektoren Rettungsdienst, Klinik und Leitstelle gelingt. Dazu gehören Lösungen wie die telemedizinische Voranmeldung, aber auch technische Aspekte, wie passende Schnittstellen.

Auch Frau Nadia Mussa, Leiterin der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg, betonte die Notwendigkeit der Digitalisierung in Form von Konzepten zur digitalen Ersteinschätzung in der ambulanten Versorgung: „Die Menschen müssen von Anfang an dort versorgt werden, wo ihnen am besten geholfen werden kann." Der Ansatz der Integrierten Notfallzentren durch die Verzahnung der Notrufnummer 112 und der 116117 wurden von allen Podiumsteilnehmern als sinnvoll empfunden. Die Umsetzung wird jedoch durch getrennte organisatorische Verantwortung der Leitstellen erschwert. Dr. Andreas Bartels, Facharzt und Mitglied des Vorstands der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz, mahnte: „Die Reform der Notfallversorgung wurde so lange hinausgezögert, bis sie nun aufgrund der Dringlichkeit selbst zum Notfall geworden ist."

Unser Fazit: Die Weichen sind gestellt – Alle Akteure sind gefragt

Der Austausch mit Vertretern aus Politik, Krankenkassen und Praxis hat uns erneut gezeigt: Es braucht viele Perspektiven, um echte Lösungen zu entwickeln. Die Notfallreform kann nur gelingen, wenn sich alle daran Beteiligten einbringen. Das Gute: Wir haben die Expertise, es gibt Modellprojekte mit positiven Ergebnissen und auch die technischen Voraussetzungen sind gegeben. Nun heißt es zusammen anpacken, Mut zeigen und die gegebenen Strukturen mithilfe der Digitalisierung im Sinne der Patientenversorgung zusammenzubringen.

Wir sehen uns selbst als Teil dieser Bewegung: Mit unserer Expertise in digitalem Notfallmanagement und Innovationsprozessen tragen wir dazu bei, die entsprechenden Akteure und Netzwerke durch Technik, Schnittstellen, Organisation und Aufklärung zusammenzubringen.

Wir bedanken uns herzlich für die Einladung zur Paneldiskussion und das tolle Austauschformat. Weitere Infos und Bilder zu dem Event finden Sie auf der Webseite Gesundheitsplattform Rhein-Neckar.

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