Digitale Versorgung für Patienten mit Herzinsuffizienz am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt
Blutdruck, Puls, Körpergewicht – anhand dieser drei Vitalparameter kann Brigitte Gebhard am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt einen ersten Eindruck erhalten, wie es ihren Patienten mit Herzinsuffizienz geht. Das Besondere: Die Patienten sind nicht vor Ort, sondern übermitteln ihre Vitalparameter digital an die Herzinsuffizienzschwester. Das Telemonitoring über unsere Plattform „medaport", das im Dezember 2025 in den Regelbetrieb startete, macht das möglich. Die digitale Plattform ist aus dem Innovationsfondsprojekt „sekTOR-HF" hervorgegangen und unterstützt Menschen mit Herzinsuffizienz dabei, ihre Vitalwerte selbstständig zu erfassen, Gesundheitsinformationen zu verstehen und aktiv an ihrer Therapie mitzuwirken.
Telemonitoring und digitale Lernkurse als Kernfunktionen
Patienten, die in Bad Neustadt aufgrund einer Herzinsuffizienz behandelt werden, messen regelmäßig eigenständig von zu Hause aus ihre Vitalparameter und übertragen diese sicher per App an Brigitte Gebhard und das behandelnde Team. Die Erfassung der Werte erfolgt täglich mit den eigenen Messgeräten der Patienten. Das Team der Kardiologie sieht die übermittelten Werte in einem Arztportal ein. Pro Patient sind individuelle Grenzbereiche für die einzelnen Messwerte definiert, die per Flaggen in Ampelfarben anzeigen, ob sich ein Patient in einem für ihn kritischen Bereich seiner Vitaldaten befindet. Bei Auffälligkeiten kann direkt reagiert werden – entweder per Chat in der Plattform oder telefonisch.
Ergänzt wird die Überwachung durch interaktive Lerninhalte, die den Alltag mit Herzinsuffizienz praxisnah begleiten. Darin lernen die Patienten unter anderem, wie sie ihr Gewicht kontrollieren, welche Medikamente sie einnehmen, wie sie sich mit ihrer Erkrankung bestmöglich ernähren und welche Formen von Bewegung und Training am besten für sie geeignet sind. Über die Plattform erhalten die Patienten personalisierte Rückmeldungen, Hinweise und Antworten auf mögliche Fragen, sodass sie aktiv in ihre Behandlung eingebunden sind.
Wen wir in der täglichen Versorgung begleiten
Die ersten Patienten, die in Bad Neustadt digital betreut werden, zeigen, wie wichtig ein individueller Umgang mit Herzinsuffizienz ist. Einige der Patienten haben einen implantierbaren Defibrillator (ICD), über die Hälfte leidet an einer dilatativen Kardiomyopathie (DCM). Auch Adipositas begleitet von Diabetes ist häufig in den Vorerkrankungen der betreuten Patienten zu finden. Das Durchschnittsalter der überwiegend männlichen (80 %) Nutzer liegt bei 62 Jahren. Die Auswahl geeigneter Nutzer erfolgt durch die Herzinsuffizienzschwester. Sie prüft, welche Patienten der App-Nutzung offen gegenüberstehen und technisch in der Lage sind, diese auch zu nutzen.
Mit dem Start von medaport ermöglichen wir dem RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt eine flexible, patientenzentrierte Betreuung. Wir sind gespannt, wie unser Ansatz aus Vitaldatenmessung und Telemonitoring bei den Patienten ankommt und freuen uns auf die ersten Stimmen. Weitere Informationen rund um medaport finden Sie auf unserer Webseite.