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KOPHIS: Technikeinsatz im Katastrophenfall

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Im Rahmen des Projekts KOPHIS haben wir aktuelle und vorhandene technische Unterstützungsmöglichkeiten pflege- und hilfsbedürftiger Menschen im Krisen- und Katastrophenfall untersucht im Hinblick auf die im Krisenmanagement relevanten Phasen „Vorsorge", „Bewältigung" und „Nachsorge" untersucht.

Die bisherigen Ergebnisse haben wir 2017 in Publikationen in den Zeitschriften "Im Einsatz" und "Notfallvorsorge" publiziert, in der wir die aktuellen Zwischenergebnisse unserer Analyse zusammengestellt haben.

Im Zeitalter von Apps und Smartphones und der guten Zugänglichkeit des Internets gibt es die Möglichkeit Informationen zeit- und ortsunabhängig bereitzustellen. Damit können zur Vorsorge beispielsweise Leitfäden zur Katastrophen- und Krisenvorsorge inklusive allgemeiner Verhaltensregeln bei verschiedenen Notfallszenarien auch ohne Internetverbindung zugänglich sein. Als Beispiel dient hier NINA, eine Smartphone Anwendung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Monitoring bezieht sich hauptsächlich auf die Verknüpfung des Alltags mit Technik insbesondere im Zusammenhang mit AAL im häuslichen Umfeld um Sicherheit und Transparenz zu gewährleisten und in heiklen Situationen früh agieren zu können. Eine Grundlage hierzu bieten technische Systeme, die unter anderem gemeinsam mit Smartphones, Tablets und Sensoren die häusliche Umgebung und den Gesundheitszustand von Patienten überwachen und steuern. Sensorsysteme können so Haushaltsgeräte verwalten, die Medikation von Patienten unterstützen sowie Notfallsituationen automatisch erkennen und entsprechende Maßnahmen einleiten z.B. Rettungskräfte, Verwandte oder verantwortliche Pfleger alarmieren. In der Praxis erfüllt beispielsweise der escos Copilot wesentliche Funktionen des Monitorings. Der escos Copilot steuert die häusliche Umgebung und überwacht den Tagesablauf um beispielsweise Sturz- und Brandrisiken vorzubeugen und setzt bei Bedarf eine Alarmierung ab.

Als besonders für relevant erachteter Aspekt der Resilienz ist eine stabile soziale Vernetzung. Darunter versteht sich zum einen die Überbrückung von räumlichen Entfernungen für die Kommunikation mit Freunden oder anderen Gleichgesinnten - ermöglicht durch technische Plattformen mit deren Hilfe man sich über alltägliche Themen, persönliche und gesundheitliche Anliegen austauschen kann. Ein weiterer Punkt zur sozialen Unterstützung ist die Stärkung bürgerschaftlicher und nachbarschaftlicher Engagements. Als bekannte Beispiele technischer Plattformen kann man herkömmliche soziale Netzwerke zählen wie Facebook, Google+ oder nachbarschaft.net. Sie dienen dem regen Informationsaustausch zwischen Personen nahezu jeden Alters und vereinfachen Wege der Mitteilung. Ein weiteres Beispiel zu sozialen Netzwerken, besonders interessant in Bezug auf die Zielgruppe ist Sonate, eine Plattform speziell konzipiert für Rentner.

Die Funktionalität der Alarmierung umfasst die Warnung und das Erreichen der breiten Bevölkerung mit hör-, sicht- und teilweise auch fühlbaren Warnsignalen. Die Warnung erfolgt mittels Sirenen und Lichtsignalen; zudem existieren heute multimediale Wege wie Fernsehen und Radio sowie technische Möglichkeiten zum Empfang z.B. Apps, SMS Verteiler, Pager bzw. Funkempfänger, regionale digitale Werbetafeln und Rauchmelder mit Lautsprecherfunktion. Des Weiteren können offizielle ortsbezogene Warnmeldungen (z.B. des Deutschen Wetterdienstes) bei bevorstehenden Naturkatastrophen eingebunden werden.

Von staatlicher Seite stehen Behörden im Krisen- und Katastrophenfall das modulare, satellitengestützte Alarmierungssystem MoWaS zur Verfügung. MoWaS ist hauptsächlich im Einsatz zur Warnung und Alarmierung der Bevölkerung über die Medien, Nachrichtenagenturen, die deutsche Bahn und das Internet. Zudem besteht die Möglichkeit über dieses System auch Lagezentren und Leitstellen zu benachrichtigen. Das System integriert auch Pagerdienste bzw. Pagergeräte, die sehr robust sind und auch im Krisen- und Katastrophenfall Nachrichten empfangen, wenn Mobiltelefone keine Netzverbindung mehr aufbauen können. Die App NINA dient neben der Aufklärung in der Vorsorge auch dem Empfang amtlicher Warnmeldungen und Mitteilungen. Ähnlich wie NINA bietet die App KATWARN die Verbreitung ortsbezogener Warnmeldungen per App, SMS und über digitale Werbetafeln an.

In Alltagssituationen, wie zuhause oder unterwegs, sei es zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Auto, kann eine unerwartete Situation eintreten und verlangt die Möglichkeit des Notrufs über Mobilfunk oder Festnetz und eventuell einer Lokalisierung, sprich Ortung der Person in Notlage per GPS. Je nach Umstand, kann ein Notruf nicht mehr von der betroffenen Person selbst abgesetzt werden. Hier kommen Geräte zum Einsatz in Frage, die die Notfallsituation erkennen und den Notruf eigenständig absetzen. Unterwegs kann man bei allen Problemen (schwere Notfälle oder z.B. Orientierung verloren) den Lifebuddy Service und die dazugehörige App für Smartphones nutzen. Dazu kann man technische Zusatzgeräte erwerben, die beispielsweise einen Fahrradsturz erkennen und dann den Lifebuddy Service Notruf absetzen. Des Weiteren gibt es z.B. die FAIRTEK Notrufuhr, den Geocare Tracker oder die Limmex Uhr, die eine Alarmierungsfunktion über Mobilfunk beinhalten und eine Ortung der sich in Gefahr befindlichen Person möglich machen. In der häuslichen Umgebung hat sich der Hausnotruf etabliert. Zahlreiche Anbieter von Hausnotrufsystemen inklusive 24/7 Service sind u.a. das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdiensts und die Johanniter-Unfall-Hilfe. Der Service umfasst die Einrichtung der Geräte in den Wohnungen der Bedürftigen und die Verbindung mit der jeweiligen Notrufzentrale, die man per Knopfdruck herstellt. Weiterhin gibt es die Möglichkeit Hausnotruflösungen unabhängig von einem Pflegedienst mit privat erwerblichen Geräten, wie dem Skytec Hausnotruf, über das Mobilfunknetz einzusetzen. Hier konfigurieren die Betroffen wer im Notfall über welchen Kommunikationsweg kontaktiert werden soll.

Im Ablauf einer Katastrophe ist eine Lageübersicht über den Verlauf und den aktuellen Stand u.a. zu personellen und materiellen Ressourcen der Rettungskräfte wichtig. Technische Unterstützung erfolgt durch digitale Lagepläne und Einsatztagebücher sowie mittels mobiler Kameras, um bessere Entscheidungen von Schutz- und Rettungsmaßnahmen vor Ort veranlassen zu können. Beispielsweise deckt die MobiKat Soft- und Hardware Technik diese Funktionsbereiche ab, unterstützt so Einsatzplanung und optimiert Abläufe in Notfallsituationen.


Eine robuste und einfache Kommunikation ist wichtig für die Bewältigungsphase. So müssen Einsatzkräfte und auch Betroffene ihren aktuellen Status und Stand kommunizieren und Informationen für ihre Aktionen einholen können. Soziale Medien sind als zusätzlicher Kanal zur Kommunikation von Betroffenen und Außenstehenden im Krisen- und Katastrophenfall geeignet. Neben allgemeinen Informationen über das Verhalten in Krisenfällen können Soziale Medien auch die Einschätzung über das Ausmaß für Betroffene darstellen. Krisenstäbe können frühzeitig an Fotos, Videos und Augenzeugenberichte o. ä. gelangen. So gibt es bei reddit.com, einem sogenannten Social-News-Aggregator, Nutzerbeiträge, die in Echtzeit über das Geschehen gesammelt und von anderen Nutzern und Institutionen verifiziert werden. Auch Facebook bietet eine Sonderfunktion in Katastrophen und Krisensituationen seinen persönlichen Status als „in Sicherheit" zu markieren und befreundeten Facebook-Nutzern den persönlichen Zustand unmittelbar mitzuteilen. Erschwert wird die Kommunikation allerdings u.a. durch Stromausfälle und Überlastung der Mobilfunknetze, so dass alternative Ansätze zur Kommunikation zu berücksichtigen sind. Beim Ausfall von Mobilfunknetzen oder schlechtem Empfang bietet die Verwendung von Satellitentelefonen eine funktionierende Alternative - wie das Thuraya XT-LITE, oder der Adapter Thuraya Satelliten SatSleeve Plus zur Umrüstung herkömmlicher Smartphones zum Satellitentelefon.

Im Fall eines Großalarms sollen Zivilpotentiale, wie Freiwillige aus der Bevölkerung mobilisiert und koordiniert werden, um sie zielgenau als reale Hilfskraft einzusetzen. Als Beispiel einer eingesetzten App zur Mobilisierung zählt Mobile Retter. Auf dieser Internetplattform bzw. App können sich freiwillige qualifizierte Helfer registrieren und verifizieren lassen um dann im Notfall ortsbezogen eingebunden zu werden. Das Portal aktiviert die potentiellen Helfer über die App, über die sie einen Auftrag an- oder ablehnen können. Qualifizierte Helfer sind hier Ärzte, Rettungsdienstmitarbeiter etc. Ein weiteres Produkt mit einem ähnlichen Ansatz ist FirstAED.

Stromerhaltung: Viele elektronischen Geräte ohne möglichen batterie- oder Akkubetrieb sind im Fall eines Stromausfalls nicht mehr nutzbar. Hält eine Krise länger an, ist auch die Aufladung von Batterien bzw. Akkus notwendig. In Einsatz kommen üblicherweise Notstromaggregate bzw. Geräte für Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV). Zudem gibt es Akkusteckdosen, die eine kurze Zeit nach dem Stromausfall die normale Funktion einer Steckdose leisten. Es gibt außerdem tragbare Akkugeräte sogenannte Powerbanks, die Mobiltelefone mehrfach erneut laden können.

Dokumentation: Auch nach der Katastrophe ist die Dokumentation bzw. Rekonstruktion der Vorgehensweise während der Katastrophe, sowie die Feststellung des Schadensausmaßes eine Notwendigkeit, die technisch unterstützt werden kann. Unter Dokumentation fallen hier z. B. Übersichten über verwendete Ressourcen und Einsatztagebücher. Hierfür dient unter anderen das technische Werkzeug MobiKat, wie im Unterpunkt Management bereits kurz thematisiert.

Die Behandlung von psychologischen Folgen und die Möglichkeit über Erlebtes zu sprechen ist essentieller Teil der Nachsorge für Betroffene und Helfer. Technische Unterstützung finden sich bei Internetdiensten zur Therapie und Traumabewältigung mit Fachkräften per Video und Chat. Ergänzend hierzu ist der Austausch mit Personen, die sich in ähnlichen Situationen befinden. Anbieter von Diensten im Bereich der Traumabehandlung sind shinzo.de oder das Psychologische Institut der Universität Zürich unter psychologie.uzh.ch. Soziale Internetforen zum Austausch sind z. B. unfallopfer.de und feierabend.de. Im Kontext der medizinischen Versorgung von Geflüchteten hat unser Forschungsprojekt TeleView gezeigt,dass eine digitale mehr sprachige Anamnese per App und die Betreuung durch Ärzte mit Migrationshintergrund per Videokommunikation einen sehr positiven Beitrag für die beteiligten Menschen und die Versorgungsstruktur leisten kann.

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