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Digitale Befragung – Patienten aktiv einbinden

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Für Gesundheitseinrichtungen sind Informationen ein wertvolles Gut, um eine adäquate Versorgung von Patienten zu gewährleisten. In den meisten Arztpraxen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen findet heutzutage die interne Informationsverarbeitung überwiegend elektronisch per Computer statt. Nach außen hin wird jedoch mehrheitlich noch auf herkömmliche Art und Weiße per Papier via Post und Fax oder im direkten Gespräch persönlich vor Ort bzw. per Telefon kommuniziert. Vor allem das Gespräch ist ein zentraler Bestandteil in der Patientenkommunikation, um deren Anliegen konkret in Erfahrung zu bringen, zielgerichtet abzufragen und so wichtige Erkenntnisse zu gewinnen. Aber, solche Gespräche kosten Zeit, welche häufig sehr knapp ist. Sie werden nebenbei oder im Nachgang zumeist verschriftlicht, wodurch Informationsverluste auftreten können und bieten vor allem Patienten wenig Bedenkzeit, um Ihr Wissen vollständig wiederzugeben.

Unterstützen kann hierbei eine „Digitale Befragung" mit der sich Patienten aktiv in die Informationsgewinnungsprozesse einer Gesundheitseinrichtung einbinden lassen. Solche Systeme ermöglichen eine flexible und vor allem sehr einfache Gestaltung von Fragebögen ohne tiefgehende IT-Kenntnisse durch z.B. Ärzte oder Pflegepersonal. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, ob z.B. bei der Anmeldung in einer Arztpraxis, der pflegerischen Aufnahme in einem Krankenhaus, der Vorabbefragung für eine ambulante Fachsprechstunde oder zur Nachsorge einer Reha-Maßnahme von zuhause aus. Die für die Gesundheitseinrichtung relevanten Informationen können so von Patienten strukturiert erhoben, verarbeitet und an die betroffenen Mitarbeiter bereitgestellt werden - ohne Medienbrüche, ganzheitlich, digital.

Auf dem ZTM Symposium (Mai 2019) berichtete Herr Dr. Bernhard Flasch, Chefarzt der Notaufnahme Klinikum Frankfurt (Oder), über den Piloteinsatz eines solchen Fragebogensystems zur Erhebung einer digitalen Eigenanamnese bei Notfallpatienten. Medizinisch hat er den Fragebogen für Schmerzpatienten mit Kollegen erstellt, gemeinsam mit dem ZTM im Fragebogensystem myMedax abgebildet, das Einsatzszenario konzipiert und den Piloten vor Ort umgesetzt. Dr. Flasch erhofft sich, Informationen so nicht mehrfach erfragen zu müssen und für das Arzt-Patienten-Gespräch eine gute Basis zu schaffen, die die Schreibarbeit für den Arzt reduziert und ihm dadurch mehr Zeit für den Dialog mit dem Patienten und seinen Bedürfnissen verschafft. Die definierten Abhängigkeiten innerhalb eines Fragebogens sorgen dafür, dass jeder Patient die nur für Ihn relevanten Fragen gestellt bekommt, also ein Mann nicht zu Schwangerschaft befragt wird und somit alles auf das wesentlich reduziert ist. Generell sind solche Fragebögen mit geringem Zusatzaufwand mehrsprachig abbildbar und ermöglichen so klassische Sprachbarrieren bei Erstinformationen (Wo haben Sie Schmerzen? Haben sie Vorerkrankungen? Welche Medikamente nehmen Sie?) einfach zu überwinden.

In Frankfurt (Oder) findet die Befragung in der Notaufnahme per Tablet im Wartebereich statt. Das Tablet erhält der/die Patient/in bei der Erst-Triage durch die Pflegekraft und gibt es nach dem Ausfüllen bei der Anmeldung wieder ab. Der Arzt integriert die Antworten anschließend in das Patientengespräch. Technisch verläuft das Zusammenspiel der Systeme voll integriert, aus dem Krankenhausinformationssystem (KIS) wird per Klick der Patient mit dem Fragebogen verknüpft und auf dem Tablet freigegeben, der ausgefüllte Fragebogen landet dann wiederum automatisch in der Akte des Patienten im KIS. Neben den zeitlichen Vorteilen glaubt man in Frankfurt (Oder) aber vor allem auch an inhaltliche Vorteile. Das Kalkül: Hat man Zeit über etwas nachzudenken und sich damit länger auseinander zu setzen, so antwortet man in der Regel präziser und reflektierter, als wenn man ad hoc auf eine Frage im Gespräch reagiert. Das gilt natürlich auch für Patienten im Gespräch mit Ärzten bei der Schilderung ihrer gesundheitlichen Beschwerden und Problemen. Eine digitale Befragung im Wartebereich oder gar zuhause lässt demzufolge eine deutlich bessere Informationsqualität erwarten.

„Die Einbindung in den Arbeitsalltag ist eine zentrale Herausforderung" so Dr. Flasch, um eine Entlastung und keine unnötige Belastung im Prozess hervorzurufen. In Frankfurt (Oder) wird der Piloteinsatz zur digitalen Eigenanamnese intensiviert. Neben Schmerz sollen weitere Indikationen in den Fragebogen kommen, es wird von zwei auf vier Tablets aufgerüstet und mit einer wissenschaftlichen Studie plant man den Einsatz zu evaluieren. Auch andere Kollegen signalisieren starkes Interesse und sind von den Vorteilen überzeugt, ob für die Verlaufskontrolle bei Patienten mit Multiple Sklerose, die interne Qualitätsbefragung zur Hygiene oder bei der Befragung zur stationären Aufnahme, digitale Informationserfassung am Patienten findet mehr und mehr Einzug in die Gesundheitsversorgung.

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