Von Paul Roullier auf Mittwoch, 14. April 2021
Kategorie: Pressemitteilungen

Schwarzwald-Baar-Klinikum überträgt Notfalldaten aus dem Rettungswagen digital

Zeit rettet Leben. Bei Notfalleinsätzen zählt oft jede Minute. Seit Februar 2021 werden im Schwarzwald-Baar Klinikum in Villingen-Schwenningen die Notfalldaten aus dem Rettungswagen direkt digital in das Krankenhaus-Informationssystem (KIS) übertragen. Das trägt nicht nur erheblich zu der wichtigen Zeitersparnis bei Notfallpatienten bei, sondern führt auch zu einer Optimierung in der Patientenversorgung. Die Einführung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Telemedizin Bad Kissingen (ZTM). Die Implementierung einer Schnittstelle zur Notaufnahmesoftware ORBIS Cockpit Notaufnahme wurde als Digitalisierungsprojekt im Rahmen einer Kooperation mit Dedalus HealthCare bewerkstelligt.

Bereits 2012 wurde die Notaufnahme des Schwarzwald-Baar Klinikums digitalisiert und ins KIS integriert. Es folgten ein Terminbuch mit Raumansicht sowie die durchgehend digitale Dokumentation in der Klinik. Das Klinikum ist bereits seit einigen Jahren mit einer Software zum Empfang von Daten des Rettungsdienstes ausgestattet. Nun ging das Klinikum noch einen Schritt weiter. Dank einer neuen Schnittstelle können jetzt auch alle wichtigen Daten direkt aus dem Rettungswagen in das Krankenhausinformationssystem des Klinikums übermittelt werden.

„Mit der Ankündigung des Patienten in unserer Notaufnahme werden automatisch auch die Daten übertragen", so Prof. Dr. Bernhard Kumle, Direktor der Klinik für Akut- und Notfallmedizin im Schwarzwald-Baar Klinikum. Über das NIDApad wird bereits aus dem Rettungswagen eine Verdachtsdiagnose mitgeteilt. Nach den Ampelfarben wird den Patientinnen und Patienten eine Dringlichkeitsstufe zugeteilt. Die Daten sind dann entsprechend auf einem PC und einem Bildschirm in der Notaufnahme zu sehen. Durch die Voranmeldung erfolgt auch eine automatische telefonische Alarmierung der diensthabenden Ärzte. Darüber hinaus erhalten die Ärzte im Klinikum bereits Angaben über den Zustand der Patientin oder des Patienten sowie über den Bewusstseinszustand. Übertragen wird darüber hinaus die voraussichtliche Ankunftszeit im Krankenhaus. Die erste Messung der Vitaldaten wird ebenfalls an die Notaufnahme übermittelt.

Bis Anfang 2021 erschienen diese Patientinnen und Patienten nur auf einem großen Monitor in einer Liste und auf dem Arbeitsplatz in einer Software. Die Ärzte mussten alle Daten in einem separaten System abrufen. Künftig arbeiten die Notfallmediziner mit der direkten Integration der Daten in das sogenannte ORBIS Cockpit Notaufnahme von Dedalus HealthCare. Zusätzlich zu den Patientendaten werden auch die Vitalwerte, die Anamnese, alle Protokolle sowie EKGs und gegebenenfalls Fotos vom Einsatzort im Cockpit angezeigt und nach ORBIS importiert. Das Klinikpersonal kann dann bereits vor Eintreffen der Patientin oder des Patienten die notwendigen Maßnahmen zur Übernahme und weiteren Versorgung vorbereiten.

„Durch die Integration von umfassenden Rettungsdienstdaten in das Krankenhaus entstehen ganz neue Möglichkeiten in der Notfallaufnahme.", sagt Patrick Eder, der als Innovationsmanager das digitale Notfallmanagement am ZTM vorantreibt. „Zeit wird gespart, Übertragungsfehler werden eliminiert und Medienbrüche vermieden", so Eder weiter. „Vorher konnte es bei der händischen Übertragung schon mal zu Informationsverlusten kommen. Durch die Voranmeldung und Protokollübergabe sind alle Patientendaten bereits im KIS und wir können den Aufnahmeprozess deutlich beschleunigen. Das fördert letztlich auch die schnelle und passgenaue Patientenversorgung", erklärt Prof. Kumle.

Das Schwarzwald-Baar Klinikum macht es vor. Mit den Möglichkeiten des Krankenhauszukunftsgesetzes zur Digitalisierung besteht eine Chance, sich die Vernetzung fördern zu lassen. „Das neue Krankenhauszukunftsgesetz bietet für Einrichtungen passende Chancen zur Refinanzierung und fördert somit mögliche Implementierungen. Für alle Krankenhäuser in Deutschland bietet sich dadurch die einmalige Chance, ihre Digitalisierung und Vernetzung fördern zu lassen.", so Eder.