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Lebensgefahr durch Hitze: Warum Pflegeeinrichtungen ein Hitzeschutzkonzept brauchen

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Temperaturüberwachung im Bewohnerzimmer kann Leben retten - rechtlich ist sie sogar geboten

Der Sommer bringt nicht nur Sonne und gute Laune – für Seniorinnen und Senioren in Pflegeeinrichtungen bedeutet große Hitze oft eine unterschätzte Lebensgefahr. Besonders alarmierend wird es, wenn die Temperaturen in den Bewohnerzimmern steigen und dort unbemerkt gefährliche Werte erreichen. Die Folgen reichen von Kreislaufproblemen über Dehydrierung bis hin zum hitzebedingten Tod.

Hitze – eine stille Bedrohung für vulnerable Gruppen

Senioren gehören zu den am stärksten gefährdeten Gruppen bei extremer Hitze. Mit zunehmendem Alter lassen Durstempfinden und Wärmeregulation nach, viele leiden unter Vorerkrankungen oder nehmen Medikamente, die die Hitzeempfindlichkeit verstärken. Schon Raumtemperaturen über 26 °C stellen eine Belastung dar – über 30 °C kann es lebensgefährlich werden. Besonders gefährdet sind bettlägerige und orientierungseingeschränkte Bewohner, die auf das frühzeitige Erkennen und Handeln des Pflegepersonals angewiesen sind.

Rechtlicher Rahmen: Pflege darf nicht tatenlos zusehen

Pflegeeinrichtungen sind rechtlich verpflichtet, Gesundheitsgefahren wie Hitzebelastung aktiv vorzubeugen. Grundlage ist unter anderem:
die Bundeseinheitliche Empfehlung zum Einsatz von Hitzeschutzplänen in Pflegeeinrichtungen und -Diensten, 

  • die Arbeitshilfe des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen zum einrichtungsbezogenen Hitzeschutz, 
  • Landesheimgesetze wie das WTG NRW, die eine angemessene und sichere Unterkunft sowie Schutz vor Gesundheitsrisiken fordern,
  • der Expertenstandard „Erhaltung und Förderung der Hautintegrität" (DNQP), der gezielte Maßnahmen bei Hitze und Dehydrierungsgefahr vorsieht,
  • und nicht zuletzt die organisatorische Verantwortung der Einrichtungsleitung (§ 13 SGB XI), gesundheitliche Risiken im Betriebssystem präventiv zu kontrollieren.


Unterlassene Vorsorgemaßnahmen können im Ernstfall haftungsrechtliche Konsequenzen haben – insbesondere dann, wenn keine ausreichende Dokumentation zur Raumtemperatur und den getroffenen Schutzmaßnahmen vorliegt.

Technische Lösung: Temperaturmessung mit System

Ein zentrales Element eines wirksamen Hitzeschutzkonzepts ist die permanente Temperaturüberwachung in Bewohnerzimmern. Nur so kann frühzeitig reagiert werden, wenn kritische Temperaturen erreicht werden. Hier empfiehlt sich der Einsatz professioneller Systeme, wie dem Copilot des Zentrums für Telemedizin (ZTM) Bad Kissingen.

Dieses digitale Assistenzsystem misst kontinuierlich die Raumtemperatur in den Zimmern, schlägt bei Grenzwertüberschreitungen automatisch Alarm und dokumentiert die Daten lückenlos. Das Pflegepersonal erhält dadurch die Möglichkeit, gezielt zu handeln – etwa durch Lüften, Abdunkeln, Flüssigkeitsgabe oder technische Maßnahmen wie Ventilatoren oder mobile Klimageräte. Zusätzlich bietet das System Unterstützung bei der Umsetzung individueller Hitzeschutzpläne.

Hitzeschutz ist Fürsorgepflicht

Ein professionelles Hitzeschutzkonzept ist Ausdruck der gebotenen Sorgfalt und Teil der Qualitätssicherung. Es schützt nicht nur Leben, sondern auch das Personal vor Vorwürfen und rechtlichen Konsequenzen. Dokumentierte Temperaturdaten können im Ernstfall belegen, dass die Einrichtung ihrer Verantwortung nachgekommen ist.

Mit Blick auf den Klimawandel, der zunehmend längere und intensivere Hitzeperioden mit sich bringt, ist es höchste Zeit, dass Pflegeeinrichtungen vorausschauend handeln. Hitzeschutz darf kein Sommerprojekt sein – er muss ganzjährig mitgedacht und vorbereitet werden.

Fazit: Hitzeschutz ist kein „Nice-to-have", sondern Pflicht. Ein durchdachtes Konzept mit Temperaturüberwachung – etwa mit dem Copilot des ZTM – erfüllt nicht nur ethische Anforderungen, sondern auch rechtliche Vorgaben. Denn Pflege bedeutet Schutz – gerade dann, wenn dieser leise und unsichtbar wird.


Ihr Experte rund um Digitale Pflege-Assistenzsysteme

Albert Premer

Innovationsmanagement

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